Luftfahrt-nachrichten

Airbus - EADS strebt nach neuen Rekordhöhen

Geschrieben am Sonntag, 13. März 2005

München - Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS sieht sich nach dem besten Ergebnis seiner fast fünfjährigen Geschichte auch für 2005 auf Rekordkurs. Das Unternehmen hob am Mittwoch seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr an. "Mit überzeugenden Finanzergebnissen und starkem Wachstum beginnt für die EADS ein neues Kapitel", erklärten die scheidenden EADS-Co-Chefs Rainer Hertrich und Philippe Camus mit Blick auf eine Ausweitung der Produktpalette und die Erschließung neuer Märkte.  Mehr...

Milliardengewinn dank Tochter Airbus - Gewinnschwelle für A380 muß wohl erhöht werden

Bei der Flugzeug-Tochter Airbus peilt die EADS für dieses Jahr 350 bis 360 (2004: 320) Auslieferungen an und will damit den amerikanischen Erzrivalen Boeing erneut ausstechen.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Goodwill-Abschreibungen und außerordentlichen Posten soll 2005 auf mehr als 2,6 Mrd. Euro ansteigen. Als belastend wirkten sich allerdings die Dollarschwäche und ungünstigere Konditionen bei der Absicherung gegen Währungsverluste aus. Insgesamt rechnet die EADS in diesem Jahr mit Belastungen in Höhe von 450 Mio. Euro durch die Währungsentwicklung.

EADS Logo


2004 ließen das florierende Flugzeug-Geschäft und die Rückkehr der Raumfahrtsparte in die Gewinnzone das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 58 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro steigen. Der Umsatz erhöhte sich auf 31,8 (Vorjahr: 30,1) Mrd. Euro und soll 2005 auf 33 Mrd. Euro zulegen. Das Auftragspolster erhöhte sich von 179 auf 184 Mrd. Euro, wenngleich der Ordereingang 2004 um mehr als ein Viertel hinter dem Vorjahr zurückblieb.

Bei den Wachstumsplänen komme vor allem den USA eine wichtige Bedeutung zu, sagte Camus. Dort will die EADS unter anderem Aufträge für Tankflugzeuge gewinnen. "Um unsere industrielle Führung in der zivilen Luftfahrt und im Hubschraubergeschäft zu sichern, muß die EADS ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern und die Auswirkungen des schwachen Dollars eindämmen."

Dies bekommt der Konzern auch beim neuen Großraumflugzeug A380 zu spüren. Bei langfristig schwachen Kursen von 1,30 Dollar und mehr je Euro sei die Gewinnschwelle erst bei etwa 300 Maschinen zu erreichen, erwartet die EADS. Ursprünglich war sie von etwa 250 ausgegangen. An der Börse sorgte vor allem diese ungünstige Perspektive für Enttäuschung. Der Kurs lag im Handelsverlauf mit 23,50 Euro um 1,7 Prozent unter dem Vortageswert.

Hertrich und Camus geben bei der Hauptversammlung im Mai die EADS-Führung an die neue Doppelspitze aus Airbus-Chef Noel Forgeard und dem Chef der EADS-Rüstungssparte, Thomas Enders, ab. Der Entscheidung war ein Machtkampf vorausgegangen, bei dem Forgeard zunächst die alleinige Führung angestrebt hatte. Hertrich und Camus pochten bei ihrer letzten Bilanzvorlage erneut auf eine Doppelspitze für den Konzern.

Künftig werde Boeing zunehmend aggressiver am Markt auftreten, erwartet Hertrich. Die EADS stehe aber mit ihrem Produktportfolio besser da als der US-Konkurrent. Einer Übernahme des französischen Elektronik-Konzerns Thales erteilte Camus abermals eine Absage. "Das wurde geprüft, und jetzt ist die Akte geschlossen." Man werde aber auch künftig Kooperationsmöglichkeiten mit industriellen Partnern ausloten. dpa

Diskutieren Sie diesen Artikel im Forum.
Verwandte Links
· Mehr zu dem Thema Luftfahrt-nachrichten

Der meistgelesene Artikel zu dem Thema Luftfahrt-nachrichten:
Airbus - EADS strebt nach neuen Rekordhöhen

Artikel Bewertung
durchschnittliche Punktzahl: 5
Stimmen: 3


Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, diesen Artikel zu bewerten:








Einstellungen