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Nach Unfällen mit Dash 8Q400: Grounding bei mehreren Airlines

Geschrieben am Mittwoch, 06. Februar 2008
FRANKFURT/M. / WIEN - Nach dem Aufruf des Flugzeugbauers Bombardier, alle Modelle des Typs Dash 8Q-400 mit mehr als 10.000 Betriebsstunden inspizieren zu lassen, haben mehrere Fluggesellschaften betroffene Flugzeuge vorübergehend "gegroundet". Bei der für Lufthansa operierenden Regionalfluggesellschaft Augsburg Airways (Foto) mussten vier der sechs Dash 8Q-400 am Boden bleiben. Zu Flugausfällen kam es nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers am Mittwoch aber nicht, da andere Regionalpartner wie Eurowings und Cityline eingesprungen seien.Deutlich stärker betroffen war am Mittwoch die Austrian Airlines Gruppe. Nach der Empfehlung des kanadischen Flugzeugherstellers musste die Tochtergesellschaft Tyrolean Airways acht ihrer zehn Dash 8Q-400 aus dem Verkehr ziehen. Am Mittwoch fielen daher 20 Flüge aus. Die mit SkyEurope heiß umkämpfte Strecke zwischen Wien und Innsbruck konnte aber aufrecht erhalten werden.

Vom Regionalflugzeug 8Q-400 werden derzeit weltweit 140 Exemplare eingesetzt, 215 sind bei Bombardier fest bestellt. In Europa besitzt neben Augsburg Airways und Austrian Airlines die von zwei Zwischenfällen betroffenen SAS 33 Flugzeuge, Flybe 29 Flugzeuge, Widerøe vier Flugzeuge und Luxiar drei Flugzeuge. Nicht alle Fluggesellschaften haben die Dash 8Q-400 sofort außer Dienst gestellt. So wurde bekannt, dass die australische Qantas ihre Flüge planmäßig durchgeführt hat und erst in der Nacht genauere Untersuchungen vornehmen ließ.

Wie bei den beiden SAS-Zwischenfällen wurden in der Vergangenheit bereits zwei andere Probleme mit dem Fahrwerk der Dash 8Q-400 bekannt, bei der beide Male die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways betroffen war. 2004 versagte bei der Landung am Kochi Airport das rechte Fahrwerk. Am 13. März 2007 konnte ANA Flug 1603 das Bugfahrwerk nicht ausfahren, landete aber sicher auf der Nase. In der Folge wies Bombardier alle Betreiber des Flugzeugtyps an, das Bugfahrwerk untersuchen zu lassen.

Innerhalb von vier Tagen wurden zwei Dash 8Q-400 der skandinavischen Fluggesellschaft SAS bei der Landung beschädigt, nachdem das rechte Fahrwerk gebrochen war. In Litauens Hauptstadt Vilnius blieben am frühen Mittwochmorgen alle Personen an Bord unverletzt. Nach einem fast identischen Unfall am vergangenen Sonntag im dänischen Aalborg mussten elf Passagiere im Krankenhaus behandelt werden.

SAS zog nach dem zweiten Zwischenfall umgehend alle 33 Dash 8 Q400 bis auf weiteres aus dem Verkehr. Allein am Mittwoch mussten daher in Kopenhagen 103 Flüge abgesagt werden. In Dänemark und Schweden waren nach Unternehmensangaben aus Stockholm mehr als 9.000 Passagiere betroffen. Das Unternehmen schätzt die Kosten für das Grounding der Maschinen auf auf 1,1 bis 1,6 Millionen Euro pro Tag.
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